BAEUMLIHOF-APOTHEKE
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Claude Küng
eidg. dipl. Apotheker, Inhaber

Der Umgang mit Medikamenten verlangt nicht nur die höchste Sorgfalt von den Herstellern und von uns als Apothekerinnen und Apothekern. Medikamente verlangen auch Aufmerksamkeit und Sorgfalt von Ihnen als Verwenderinnen und Verwender.

Lesen Sie zu diesem Thema das Gesundheits-Interview mit Claude Küng, eidg. dipl. Apotheker der Bäumlihof-Apotheke, welches in der Quartierzeitschrift QUART erschienen ist.

Das Gesundheits-Interview zum Thema Medikamenten-Sicherheit:

QUART: Herr Küng, Sie führen seit 1982 hier im Quartier die von Ihren Eltern anno 1948 gegründete Bäumlihof-Apotheke. Was halten Sie von der Empfehlung gewisser Krankenkassen, Medikamente vom Versandhandel zu beziehen?

C. Küng: Die "Empfehlung", sich Medikamente via Versandhandel zustellen zu lassen, ist aus mehreren Gründen unsinnig. Medikamente sind Vertrauenssache und man sollte nicht verantwortungslos damit umgehen. Die Idee hat wohl zum Zweck, Kosten zu sparen. Allerdings am falschen Ort. Wer nur mit dem Röhrenblick auf den Preis schaut, der übersieht, dass zur richtigen Verabreichung und Anwendung eines Medikamentes mehr gehört als "ab die Post".

QUART: Was gehört denn im Einzelnen zur richtigen Verabreichung und Anwendung von Medikamenten?

C. Küng: Ein wesentliches Element ist der persönliche Kontakt mit dem Patienten resp. dem Kunden. Wie auch andere Apotheken, die ihre Aufgabe ernst nehmen, beraten wir unsere Kundinnen und Kunden im persönlichen Gespräch. Wir empfehlen z.B. ein preisgünstigeres Generikum, wir erkundigen uns nach der Verträglichkeit, wir überprüfen, ob Allergien bestehen oder ob ein bestimmtes Medikament, das die Kundin oder der Kunde einnimmt, mit einem anderen Medikament, das ebenfalls eingenommen werden muss, verträglich ist, oder ob allenfalls Wechselwirkungen entstehen. Zudem sind die Packungsbeilagen oft fachsprachlich und schwer verständlich abgefasst. Wir helfen den Kunden, diese Informationen zu verstehen.

QUART: Gibt es bei der Kundenberatung Unterschiede, wenn es sich um rezeptpflichtige Medikamente handelt oder um solche, die frei verkäuflich sind?

C. Küng: Bei rezeptpflichtigen Medikamenten prüfen wir das Rezept. Ärzte sind auch nur Menschen und es kann, gerade bei Arbeitsüberlastung, auch einmal ein Schreibfehler vorkommen. In Zweifelsfällen nehmen wir mit dem behandelnden Arzt Verbindung auf und starten zur Sicherheit eine Rückfrage. Das verstehen wir unter Dienst am Kunden. Ansonsten ist die Beratung bei rezeptpflichtigen und frei verkäuflichen Medikamenten qualitativ dieselbe.

QUART: Was müssen Patientinnen und Patienten beachten, nachdem Sie in Ihrer Apotheke Medikamente gekauft haben?

C. Küng: Medikamente müssen nach Vorschrift angewendet bzw. eingenommen werden. Damit dies nicht vergessen wird, kleben wir, wenn nötig oder auf dem Rezept vermerkt, auf jede Packung den per Computer ausgedruckten, klar verständlichen Anwendungs-Hinweis samt Namen des Patienten. Durch den Namensvermerk des Patienten weisen wir darauf hin, dass Medikamente nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind und niemals anderen Personen zur Einnahme weiter gegeben werden dürfen. Zudem müssen Medikamente ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Des weiteren ist das mit EXP. bezeichnete Verfalldatum zu beachten. Medikamente sind nur eine gewisse Zeit lang lagerfähig, danach können sich die Wirkstoffe verändern oder unwirksam werden.

QUART: Was sollen Kundinnen und Kunden mit abgelaufenen Medikamenten tun?

C. Küng: Erstens: sie nicht mehr verwenden, und zweitens: sie fachgerecht entsorgen. Das heisst: nicht in den Bebby-Sack werfen, nicht ins Altglas werfen, nicht den Gully runterspülen, sondern zu uns in die Bäumlihof-Apotheke zurückbringen. Wir sind darauf eingerichtet, verfallene Medikamente fachgerecht zu entsorgen, auf eine Weise, dass sie die Umwelt nicht belasten. Auch dieser Service ist in unserer Apotheke selbstverständlich. Die Zeiten, dass man im Rheinwasser einen Film entwickeln konnte, sollten endgültig vorbei sein.

QUART: Vom Versandhandel können alle diese Serviceleistungen nicht erbracht werden. Was sollten nach Ihrer Meinung die Versandhandels-Apotheken tun, um einen nützlichen Beitrag für das Gesundheitswesen zu leisten?

C. Küng: Die Versandhandels-Apotheken sollten auf den Versandhandel verzichten und eine ganz normale Apotheke führen.

QUART: Was sagt das Schweizerische Krankenversicherungsgesetz zum Versandhandel mit Medikamenten?

C. Küng: Gemäss Krankenversicherungsgesetz kann niemand dazu gezwungen werden, Medikamente per Post zu beziehen. Der Weg in die Vertrauens-Apotheke ist der direkteste. Und auch der Sicherste.

QUART: Herr Küng, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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Redaktion: Claude Küng, eidg. dipl. Apotheker, Inhaber
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